Rehkitzrettung

Unsere Motivation

In den Monaten Mai/Juni werden mehrheitlich die Rehkitze gesetzt. Ihr gepunktetes Fell, kombiniert mit ihrem natürlichen Verhalten sich ins hohe Gras zu ducken, macht die Kitze nahezu unsichtbar für Fressfeinde. Jedes Jahr werden Rehkitze, Junghasen und viele am Boden brütende Vogelarten durch Mähwerke getötet oder schwer verletzt. Zur Verhinderung des Mähtods ist die Zusammenarbeit von Landwirten, Jägern und Helfern gefragt.

Wichtig für Landwirtinnen und Landwirte
Der Landwirt hat eine Hegeverpflichtung und ist gesetzlich dazu aufgefordert, im Rahmen des Tierschutzes und nach der Rechtssprechung alle Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um das Ausmähen von Jungwild zu vermeiden.

Die Rettung mit der Wärmebilddrohne

Vorteile der Suche mit einer Wärmebilddrohne:

  • Kein unnötiges Niedertrampeln von Gras, da man das Feld nur dann betreten muss, wenn man etwas verdächtiges auf dem Monitor ausmacht
  • Schneller durch Überfliegen auf 20-80m Höhe je nach Wärmebildkamera-Auflösung. (Suchfläche bis zu 20 ha/h)
  • Kitze auf dem Wärmebild sind auch in hohem Gras gut sichtbar (fast 100%ige Erfolgsquote der Suche)
  • Anderes Wild wird nicht unnötig gestört

Vorgehensweise:

  • Pilot verfügt über EU-Fernpilotenzeugnis (A2) und verfügt über Fluggenehmigung
  • Drohne überfliegt das Feld und entdeckt Wild
    Helfer werden zur Position geschickt und halten mit Hilfe von Handys oder Funkgeräten Kontakt
  • Die Helfer haben Handschuhe an und tragen mit Hilfe von Gras o.ä. das Kitz in einem Korb zum nächsten sicheren Platz außerhalb der Wiese
  • Das Kitz bleibt so lange in der Kiste/ Korb bis die Wiese oder das Feld gemäht wurde Erfolgreicher Einsatz

Rehkitzrettung der Jägerschaft Hannover-Land e.V.

Die Jägerschaft Hannover-Land e.V. hat bisher zwei Wärmebilddrohnen mit Hilfe der Förderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beschaffen können. Zwei weitere Drohnen sind beantragt. Eine Abfrage der BLE unter Vereinen mit positivem Förderbescheid im Juli 2021 ergab, dass in der Mahdsaison bis einschließlich Juli bereits 196 Drohnen eingesetzt und damit 5.975 Rehkitze gerettet werden konnten. Beim Einsatz der zwei Drohnen der Jägerschaft Hannover-Land e.V. im Juni 2021 konnten bereits 28 Kitze auf eine Fläche von etwa 124 ha gerettet werden. Das bedeutet alle 4-5 Hektar konnte ein Kitz gefunden werden! Für die Drohnen gibt es natürlich auch weitere Anwendungs- und Einsatzgebiete. Diese umfassen beispielsweise:

  • Wildschadenbegutachtung
  • Wildzählung, Wildortung
  • (Nach-) Suche bei Tageslicht
  • Maisernte

Interesse?

Schreiben Sie uns eine E-Mail an rehkitzrettung@jhland.de.

Ihr Ansprechparter für dieses Projekt

Ole Gosslar
Koordinator Drohnen
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